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Konzertprogramm

Chorkonzert am 10. & 31. Mai 2026

»Wie schön, hier zu verträumen« Romantische Musik für Frauenchor und Klavier

Sonntag, 10. Mai 2026, Melanchthonkirche Mainz

Sonntag, 31. Mai 2026, Martinskirche Jugenheim

 

Frauenchor Luna e. V.

Was 2010 als gemeinsames Projekt unter Leitung von Pascal Martiné begann, wurde im Frühjahr 2011 zu einem festen Ensemble: Luna, ein Frauenchor, der zeigt, dass Kompositionen für Frauenstimmen in Anspruch und Ausdruck den gemischten Chören in nichts nachstehen. Nachdem der Chorgründer Pascal Martiné die Leitung aus privaten Gründen abgeben musste, übernahm Kay Freudenreich im Jahr 2019. Als Opern- und Konzertsänger brachte er frische Impulse, förderte durch funktionelles Stimmtraining einen neuen, lebendigen Klang und eine sängerische Neugier für die eigene Stimme.
Von 2020 bis 2025 führte Iskra Valtcheva Luna mit Engagement und Temperament durch bewegte Zeiten. Seit Sommer 2025 steht Kay Freudenreich wieder am Dirigentenpult.

Leitung: Kay Freudenreich

Neben seiner Tätigkeit als freischaffender Sänger, Gesangspädagoge und Chorleiter unterrichtet er als Dozent für Stimmbildung und arbeitet als Musikvermittler und Kulturmanager. Als Sänger ist er sowohl im Konzert- als auch im Opernfach tätig und wirkte in konzertanten und szenischen Produktionen mit. Seine künstlerische Tätigkeit umfasst solistische Aufgaben ebenso, wie die Ensemblearbeit in unterschiedlichen vokalen Formationen und Repertoires. Grundlage seiner chorischen Stimmbildung und seiner pädagogischen Arbeit ist ein funktionales, didaktisch reflektiertes und physiologisch ganzheitliches Verständnis von Stimme auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Klavier: Seung-Jo Cha

Nach einem Kompositionsstudium in Südkorea setzte sie ihre Ausbildung in Deutschland und Italien fort und erwarb Abschlüsse in Klavier, Liedbegleitung und Opernkorrepetition.
Derzeit ist Seung-Jo Cha als Dozentin für Liedbegleitung/Korrepetition an der Hochschule für Musik Mainz tätig und unterrichtet dort angehende Musiker in den Feinheiten der Klavierbegleitung. Darüber hinaus lehrt sie an der Wiesbadener Musikakademie und arbeitet als musikalische Leiterin am Papageno Musiktheater in Frankfurt sowie als Gastkorrepetitorin an verschiedenen Theatern.

Fotografien: Vera Duerkop

Vera Duerkop wohnt seit +40 Jahren im Rhein-Main-Gebiet, stammt aber ursprünglich aus Norddeutschland und hat die dort mit dem Grünkohl der frühen Jahre aufgesogene sprichwörtliche Sturheit und Wortkargheit immer noch verinnerlicht. „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ könnte ihr Lebensmotto sein, wenn sie sich denn auf ein Motto festlegen könnte. Sie trägt eine Brille, woraus der geneigte Betrachter schließen kann, dass etwaige Unschärfen in ihren Bildern gewollt und beabsichtigt sind. Technische Perfektion findet sie langweilig, Fotografie ist für sie ein Mittel, etwas (sich?) auszudrücken. In die Schubladen landläufiger fotografischer Genres lässt sie sich nur ungern stecken.

Moderation: Knud Völlkopf


Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847)

Bis zu seinem frühen Tod mit nur 38 Jahren entstand ein Œuvre von über 750 Werken: Felix Mendelssohn Bartholdy ist bekannt für sein umfangreiches und bedeutendes Schaffen in vielen verschiedenen Gattungen von den großen Oratorien Paulus und Elias, den Konzert-Ouvertüren zum Sommernachtstraum und Die Hebriden, den Sinfonien, Schauspielmusiken, Konzerten, Kammermusikwerken bis hin zu den beliebten Liedern mit und ohne Worte.

Gruß

Text
Joseph v. Eichendorff

Wohin ich geh' und schaue,
in Feld und Wald und Tal,
vom Hügel hinauf die Aue;
vom Berg aufwärts weit ins Blaue
grüß ich dich tausendmal.

In meinem Garten find' ich
viel' Blumen schön und fein,
viel' Kränze wohl draus wind' ich
und tausend Gedanken bind' ich
und Grüße mit darein.

Dir darf ich keinen reichen,
du bist zu hoch und schön,
sie müssen zu bald verbleichen,
die Liebe nur ohnegleichen
bleibt ewig im Herzen steh’n!

Sonntagsmorgen

Text
Ludwig Uhland

Das ist der Tag des Herrn,
ich bin allein auf weiter Flur.
noch eine Morgenglocke nur,
nun Stille nah und fern.

Anbetend knie‘ ich hier,
o süßes Grau’n! Geheimes Weh’n!
Als knieten Viele ungeseh’n
und beteten mit mir.

Der Himmel nah und fern,
er ist so still und feierlich,
so ganz als wollt‘ er öffnen sich.
Das ist der Tag des Herrn.

Abendlied

Text
Heinrich Heine

Wenn ich auf dem Lager liege
in Nacht und Kissen gehüllt,
So schwebt mir vor ein süßes,
anmutig liebes Bild!

Wenn mir der stille Schlummer
geschlossen die Augen kaum,
So schleicht das liebe Bild
hinein in meinen Traum!

Und mit dem Traum des Morgens
zerrinnt es nimmermehr:
Dann trag’ ich es im Herzen
den ganzen Tag umher.


„Sechs Mädchenlieder“ (op. 98) für Frauenchor und Klavier

Komponist
Heinrich von Herzogenberg
Texte
Paul Heyse

Die Texte von Paul Heyse erzählen von Träumen, Sehnsucht und den Gefühlen junger Mädchen. Sie sind geprägt von Naturbildern, jugendlicher Unschuld und dem Zauber des Übergangs ins Erwachsenenleben. Die Vertonung von Heinrich von Herzogenbergs für dreistimmigen Frauenchor und Klavier unterstreicht die emotionale Tiefe der Gedichte und schafft eine atmosphärische Dichte. Die Kombination aus Paul Heyses poetischer Sprache und Herzogenbergs musikalischer Interpretation macht die Komposition zu einem besonderen Werk der deutschen Romantik.

Der Traum

Mir träumte von einem Myrtenbaum,
so blühenden hab’ ich nie geseh’n.
Die Nacht, die ist vergangen,
der Traum will nicht vergehn.

Was soll mir nun mein Sträußlein bunt,
was soll mir nun der Veilchenkranz?
Ich wollt’, es wären Myrten,
da führt’ er mich zum Tanz.

Zur Kirchen und hernach zum Tanz,
der Himmel wär’ mir aufgetan!
O Liebster, holder Liebster!
Wie lange steht’s noch an?

Stelldichein

Drunten auf der Gassen
stand ich, sein zu passen;
schlugen Nachtigallen
an den Fenstern allen,
und ich blieb alleine
bei der Blitze Scheine,
bis die Nacht gewichen,
und da bin ich frierend heimgeschlichen.

Über meine Wangen
ist der Tau gegangen,
und nun lös’ ich stille
meiner Locken Fülle.
Dass ein Sturm erginge,
sich darin verfinge,
mich zum Himmel trüge
weit hinweg aus dieser Welt der Lüge!

Der schlimme Gast

Sang ein Bettlerpärlein
am Schenkentor,
zwei geliebte Lippen
an meinem Ohr:

„Schenkin, süße Schenkin,
kredenz dem Paar,
ihrem Dürsten biete
die Labung dar!“

Und ich bot sie willig,
doch der Gast im Nu
biss mir wund die Lippen
und lacht dazu:

„Ritzt der Gast dem Becher
ein Zeichen ein,
heißt’s, er ist zu eigen
nur ihm allein.“

Sehnsucht

Der Tag wird kühl, der Tag wird blass,
die Vögel streifen übers Gras;
schau, wie die Halme schwanken
von ihrer Flügel Wanken,
und leise wehn ohn' Unterlass.

Und abends spät die Liebe weht
ob meines Herzens Rosenbeet.
Die Zweige flüstern und beben,
und holde Gedanken weben
sich in mein heimlich Nachtgebet.

Du fernes Herz, komm zu mir bald,
sonst werden wir beide grau und alt,
sonst wächst in meinem Herzen
viel Unkraut, Dorn und Schmerzen,
die Nacht wir lang, die Nacht wird kalt,
du fernes Herz, komm bald zu mir!

In der Spinnstube

Auf der Nacht in der Spinnstuben,
da singen die Mädchen,
da lachen die Dorfbuben,
wie flink geht das Rädchen.

Spinnt jedes am Brautschatz,
dass der Liebste sich freut;
nicht lange, so gibt es
ein Hochzeitsgeläut.

Kein Mensch, der mir gut ist,
will nach mir fragen.
Wie bang mir zumut ist,
wem soll ich's klagen?

Die Tränen rinnen
mir übers Gesicht,
wofür ich soll spinnen,
ich weiß es nicht!

Trutzlied

Und bild' dir nur nichts ein im Traum,
du bist mir viel zu jung;
ums Kinn noch kaum dir sprosst der Flaum,
das ist mir nicht genung!

Und wenn ich einen heiraten tu',
muss sein ein Reiter zu Ross,
noch eins so lang und breit wie du,
sein Bart zweier Ellen groß.

Sein Rappe saust im Windeslauf,
sein Bart, der deckt mich zu;
ich sitz' vor ihm am Sattelknauf,
und hinterm Ofen du!


Hans Huber (1852–1921)

Huber war ein bedeutender Schweizer Komponist, Pianist und Musikpädagoge der Spätromantik, der maßgeblich das Schweizer Musikleben prägte. Neben Sinfonien, Opern und Klavierwerken war er Mitgründer des Schweizer Tonkünstlervereins.

Abendständchen

Text
Carl Siebel

Mondschein über Berg und Thal
zittert in den Bäumen;
angehaucht vom milden Strahl
alle Bäume träumen!

Und ein Flüstern wunderlich,
lebt in lichten Zweigen,
Wipfel leis zu Wipfel
sich Sehnsucht athmend neigen.

Liebes frohes Menschenkind
selbst von Mondschein trunken,
bist nun wie die Blumen sind,
ganz in Traum versunken.

Und es schauet Aug‘ in Aug‘,
Blüthe schaut in Blüthe.
und es strömt des Himmels Hauch
leise ins Gemüthe.